Sonntag, 29. Januar 2017

Zeichnen zur Zeit in der Kunsthalle Hamburg

Ich hatte die Ausstellung schon lange im Blick. Es ist eine kleine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, oben im Kubus, ein Rundgang auf einer Etage, ein Rundgang durch die vielen Facetten der Zeichenkunst von 1950 bis bis in unsere Zeit.

Die Linie - in allen Werken ist es die Linie, die mich besonders interessiert. Im Kunstforum gibt es seit einiger Zeit eine Rubrik, die immer mal wieder gefüllt wird mit Künstlerportraits aktueller Künstler, die sich eindringlich mit der Zeichnung auseinandersetzen. Und Zeichnung ist lange schon nicht mehr nur ein Bleistiftstrich, der es schafft einen Baum naturgetreu abzubilden. Die Linie verselbständigt sich und wir als solche erforscht, vermag neue Gedanken zu formulieren und Blickweisen zu befördern, in die Welt des Rhythmus zu ziehen oder des Veränderlichen. Und Zeichnung entwickelt sich aus dem Blatt heraus und wird dreidimensional, haptisch greifbar, spürbar. Es ist eine Kunstforme, die sich lohnt zu verfolgen, weil sie so eng an den Entwicklungen der digitalen Welt klebt. So denke ich.

In der Ausstellung von 30.4. bis 30.10.2016 waren Werke von vielen Künstlern zu sehen. Es war der erste Teil der Ausstellung zum Thema Zeichnen, ein weiterer läuft derzeit bis in den Mai. Insgesamt sind folgende Künstler in den beiden Ausstellungen vertreten:
Martin Assig, Jill Baroff, Lucie Beppler, KP Brehmer, Karoline Bröckel, John Cage, Hanne Darboven, Jim Dine, Felix Droese, Friedrich Einhoff, Nadine Fecht, Karl Otto Götz, Lothar Götz, Katharina Hinsberg, Rebecca Horn, Balz Isler, Margrit Kahl, Karoly Keserü, Jürgen Klauke, Astrid Köppe, Sol LeWitt, Philip Loersch, Thomas Müller, Bettina Munk, Gudrun Piper, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, James Rosenquist, Dieter Roth, Sebastian Rug, Fred Sandback, Nora Schattauer, Jan Schoonhoven, K. R. H. Sonderborg, Malte Spohr, German Stegmaier, Gabi Steinhauser, Kai Sudeck, Rosemarie Trockel, Jorinde Voigt.

Lange habe ich vor der Computeranimation einer Linie und einiger Punkte von Bettina Munk gesessen. Wundervoll abstrakt erschien mir diese Arbeit wie die Verfolgung innerer Gedankenwelten. Sie unterhält eine Webseite mit dem Titel "linesfiction" auf der ZeichernInnen ihre Werke veröfentlichen können. ... nur Zeichner, ganz viele!!!

Ein Bild von Karoline Bröckel konnte ich im Original sehen. Von Ihr wurde in einer der Kunstforums-Ausgaben berichtet, so wie von Malte Spoh, Katharina Hinsberg und anderen, die ich bisher nicht im Original sehen konnte. So viele Eindrücke und so viel Motivation diese Kunstrichtung ernst zu nehmen belgeiten mich auf dem Weg nach Hause. Es lohnt sich, alle Künstler noch einmal im Internet nachzurecherchieren. 

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