Auf die Ausstellung aufmerksam wurde ich durch einen Artikel im kunstforum. Andreas Slominski ist Professor an der HfbK in Hamburg. Ausgehend von einem Phänomen im öffentlichen Raum, dem Dixieland Klo, entwickelt er Ausstellungsstücke rund um dieses Element.
Gestern war der letzte Ausstellungstag. So entschied ich mich Samstag adhock noch diese Ausstellung anzusehen, versprach sie doch auch einen künstlerischen Umgang mit dem Raum. Ich stolperte mitten hinein und hatte die Gelegenheit noch an einer öffentlichen Führung teilzunehmen.
Ich nehme es vorweg: Was als Eindruck am Ende dieses Besuches verblieben ist, ist ein Fragezeichen. Ist das Kunst? Lassen sich die Objekte und Plastiken entschluesseln ohne Führung oder Lektüre der Ausstellungstexte? Ist die Erklärung, die ich erhielt, hinreichend für die Kunstobjekte? Wenn ja, worin liegt der künstlerische Akt, wenn alles Kalkül und individuelle Assoziation ist?
Parallel entsteht ein anderes Bild. Das Bild eines Tabus. Das Tabu der Exkremente. Exkremente, die uns Menschen in den Kreis der Lebewesen stellen. Die Dixiklos aber sind in ihrer Plastikfabrikation der Versuch die unsaubere Seite unserer Existenz stapelbar zu machen, normierbar. Den Akt des Toilettengangs zu entsinnlichen und auf ein schnöden Geschäft zu reduzieren. In die eine oder andere der Toilettenhäuser kann der Besucher hineingehen. Die Führerin durch die Ausstellung motiviert die Besucher in einer roten oder blauen Plastiktoilette dieses Raumerlebnis einmal bewusst wahrzunehmen. Das mache ich. Und mir wird um so bewußter, dass dieser Plastikraum kein Erlebnis ist. Es ist ein leboser, unmenschlicher Kasten in dem sich die Norm einer billigen Produktion äußert und der Menschen, der hier eines seiner intimsten Geschäfte verrichten sollt sich mit Scham bekleckert. Und nicht nur dass, dieses Intimste wird zu einer maschinellen Produktion, die am besten ganz ohne Aufmerksamkeit für die Handlung selbst möglichst schnell erledigt werden sollte.
Tabu.
Für mich kreist die Ausstellung um dieses Tabu, oder mehr noch darum, wie die Materialien und Produktionsverfahren sich unserer Sinnesräume annrhmen, sie bestimmen ergreiften, benoten und werten. Wiederholt nutzt der Künstler die Möglichkeit eine Palette und einen Pinsel in den Fertigungsprozess der Toiletten einzuspeisen. Auch Marienbilder entstehen so als Abdrücke, als Plastiken in modernem zeitgenössischem Plastik in Blau oder Grün.
Die Elemente haben Symbolcharakter und verweisen auf Inhalte, die Allgemeingut repräsentieren sollen. Unbefleckte Empfängnis. Der von Gottes Geist inspirierte Künstler, der die Kreativität aus einem sauberen Himmelsraum empfängt.
An anderer Stelle dann eine Milchkanne und Klopapierrollenhütchen, gehäkelt. Fast zu persönlich, lässt sich hier für mich doch kein gesamtgesellschaftlicher Bezug mehr herstellen, ausser dem einen: egal wer du bist, beim Klogang sind wir alle gleich, genau wie im Tod, und jeder Besitz oder Erfolg haben an diesem Punkt keine Bedeutung mehr. Aber ist dann nicht die gesamte Ausstellung zu lesen wie ein Buch mit mehreren Kapiteln? Und erst an dessen Ende wird erkenntlich, was gemeint ist. Dann ist die Ausstellung an sich das Kunstwerk, nicht aber die Einzelobjekte alleine.
Ist es dann ein Kunstwerk? Ist Kunst der Prozess selbst, den der Künstler durchläuft, wenn er sich eines Objektes oder Themas annimmt und all seine möglichen Facetten durchdekliniert, sie anreichert mit eigenen Erfahrungen und in alle Richtungen auslotet? Oder ist dieser Prozess nicht erst nur der Weg um Werk, den jeder Künstler durchlaufen muss? Den Prozess der Einfühlung. Auseinanderdetzung, dem der kreative Moment der Stille folgt, in dem dann eine neue Bildschärfe entsteht, die alles Gewonnene in sich zu neuer Ordnung vereint? Oder ist es das was wir heute als Kunst verstehen, weil wir Menschen diese Prozesse nicht mehr durchlaufen? Weil Produkte nicht mehr interessant sind und der Prozess einen neuen Wert erhält?
War es die Führung durch die Ausstellung, die das Kunstwerk durch die Analyse zerstört hat oder hat sich da ein Professor über den Kunstbegriff lustig gemacht?
Eine Ausstellung, die mich herausfordert, über den Kunstbegriff nachzudenken. Die auch deutlich macht, wie sehr sich Kunst seit den vergangenen 25 Jahren gewandelt hat.
Sonntag, 28. August 2016
Montag, 22. August 2016
Fünf Positionen der Gegenwart
Es ist eine Ausstellung, die ich im Vorbeigehen aufnehmen wollte. Da wurde wieder, wie alle Jahre der Kunstpreis von einer Jury vergeben. Zufällig fahre ich sogar am Tag der Eröffnung am Museum vorbei... Naja, denke ich. Vielleicht gucke uch mir das bei Gelegeneit sn...
Schießlich bleibe ich an diesem Sonntag 1,5 Stunden in genau dieser Ausstellung und gehe sogar nur in die unteren drei Räume, die klein sind und die Wechselausstellungen enthalten. Was ich sehe berührt mich und ist Neu für mich. Gestellte Porträts als fotografische Selbstinszenierung und Suche nach einer Identität oder auf der Enttarnung des Lebens als Theaterstück? Bunt, erzählend, an einzelnen Details festgemacht werden Typen von Menschen, ihre politische Haltung oder ihre Selbstverortungen in der Vielfalt des alltäglichen Angebotes abgelichtet und hängen als Foto an der Wand. Immmer ein kleiner Titel zum Bild, der hilft, die Sprache des Bildes zu vestehen. Faszinierend dann, als ich mich weiter umgucke, das Projekt der Künstlerin, sich selbst als Kultfigur zu inszenieren, indem sie alle Objekte wie Tassen, Ansichstkarten, Kalender, Bettwäsche etc, die man im "Fanshop" bekäme, mit ihrer eingenen Figur, ihrem eigenen Gesicht schmückt. Für mich wie ein kleines Schleudertrauma. Mutig oder selstbewußt? Kritisch und entlarvend! Ein Mensch wird geboren in den Dingen, die über ihn erzählen. Weiter hinten in den Ausstellungsräumen befindet sich ein ganzer Altar, in dessen Zentrum die Künstlerin abgebildet ist... (Künstlerin: Jacqueline Duhr)
Im Raum davor Malerei. Fast schlicht und stumm, immer aber mit einem Moment des Aha, wenn die fast ungegliederten Flächen verwaschener Farben sich plötzlich in einen Raum verwandeln, in einer scheinbar verwaschenen Landschaft plötzlich eine geometrische Form so greifbar wird. Aber es scheint keine einfache Malerei zu sein, die endgültigen Farben scheinen das Ende immer wieder aufgetragener Schichten zu sein, die z.T. ineinander gearbeitet sind. Manchmal tauchen die Pinselstriche auf, dennoch wirkt es wie eine Farbe, eine undefinierbare zumeist, ein Olivegrüngelbbraun oder ein braunrot mit??? Was bewegt den Künstler? Mich ziehen die Bilder an. Sie stehen zwischen Unkenntlichkeit und Suche nach der einfachen Aussage, zeigen aber den vielschichtigen Weg dahinter. (Künstler: Matthias Kanter)
Im dritten Raum dann Fotos ganz anderer Art. Schwarzweiß wirken sie schlicht, meist ein ein Querformat. Die Bildaufteilung fasziniert mich, prägnant und sehr angenehm anzusehen. Ein Blick auf eine zerbrochene Landschaft unserer Zeit, so finde ich. Eine andere Serie zeigt Müll sammelnde Menschen, ganz alltäglich. Fotografie, die Momente aufnimmt und in diesen vermag, ganze Geschichten und Assoziationsräume zu schaffen. So verweile ich einige Zeit vor jedem Bild. (Künstler:
Olaf Matthes)
Im hinteren Raum finden sich wieder eher plastische Werke, auch wenn die Künstlerin Zeichnung - oder Malerei? - ebenfalls an den Wänden präsentiert. In einfachen, Kartoffeldruckartigen Strichen in Farben finden sich Strichmännchen auf den Blättern. Abstrahierte Strichmännchen, deren Bewegungen und Gesten auf das absolute Minimum reduziert sind. In diesem Minimum entpuppt sich dennoch die Haltung der Männchen selber wie auch die Beziehung der Männchen zueinander, wenn diese auf einem Blatt gemeinsam angesiedelt sind.Als Plastik finden sich teils in Stein gehauen, teils in Holz gearbeitet Skulpturen. Rechteckig, kantig. Langsam wächst der Blick beim Sehen in diese Skulpturen hinein und die Symbolik wird verständlich: Hier liegt ein zusammengekauerter Mensch, dort stehen zwei Menschen umschlungen nebeneinander, zwei, doch wie ein Block und doch nicht verbunden, denn der Blick des einen zeigt von der anderen Figur fort. Fast schmerzend, diese karge Abstraktion und doch so klar in der Einfachheit und erleichternd: Menschen, die Innerstes ohne Sprache ausdrücken, ohne feine Form der Finger, ohne Fußgelenke, Bauchnabel ... urtümlich, elementar - gefunden. (Künstlerin Anne Sewcz)
Im letzten Raum schließlich hängen Bilder in Mischtechnik, teils gezeichnet, teils gemalt oder übermalt. Auch hier in gedeckten Farben, ein gedämpftes Gelb, ein verwaschenes Rot, ein Türkies, Braun und Schwarz, Weiß auch ... Räume mit Brüchen, Linien, immer wieder mal eine Figur. Die Titel weisen auf persönliche Begebenheiten hin. Sehr individuell, eigenständig, fast ein Ringen darum, dies Persönliche auszudrücken, seiner habhaft zu werden, es zu zeigen???
Sehr spannend und vielfältig, ein zweiter Besuch wäre lohnenswert.
Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern. Vergabe alle 2 Jahre an professionelle, in MV schaffende Künstler, ohne Bewerbingsverfahren.
Schießlich bleibe ich an diesem Sonntag 1,5 Stunden in genau dieser Ausstellung und gehe sogar nur in die unteren drei Räume, die klein sind und die Wechselausstellungen enthalten. Was ich sehe berührt mich und ist Neu für mich. Gestellte Porträts als fotografische Selbstinszenierung und Suche nach einer Identität oder auf der Enttarnung des Lebens als Theaterstück? Bunt, erzählend, an einzelnen Details festgemacht werden Typen von Menschen, ihre politische Haltung oder ihre Selbstverortungen in der Vielfalt des alltäglichen Angebotes abgelichtet und hängen als Foto an der Wand. Immmer ein kleiner Titel zum Bild, der hilft, die Sprache des Bildes zu vestehen. Faszinierend dann, als ich mich weiter umgucke, das Projekt der Künstlerin, sich selbst als Kultfigur zu inszenieren, indem sie alle Objekte wie Tassen, Ansichstkarten, Kalender, Bettwäsche etc, die man im "Fanshop" bekäme, mit ihrer eingenen Figur, ihrem eigenen Gesicht schmückt. Für mich wie ein kleines Schleudertrauma. Mutig oder selstbewußt? Kritisch und entlarvend! Ein Mensch wird geboren in den Dingen, die über ihn erzählen. Weiter hinten in den Ausstellungsräumen befindet sich ein ganzer Altar, in dessen Zentrum die Künstlerin abgebildet ist... (Künstlerin: Jacqueline Duhr)
Im Raum davor Malerei. Fast schlicht und stumm, immer aber mit einem Moment des Aha, wenn die fast ungegliederten Flächen verwaschener Farben sich plötzlich in einen Raum verwandeln, in einer scheinbar verwaschenen Landschaft plötzlich eine geometrische Form so greifbar wird. Aber es scheint keine einfache Malerei zu sein, die endgültigen Farben scheinen das Ende immer wieder aufgetragener Schichten zu sein, die z.T. ineinander gearbeitet sind. Manchmal tauchen die Pinselstriche auf, dennoch wirkt es wie eine Farbe, eine undefinierbare zumeist, ein Olivegrüngelbbraun oder ein braunrot mit??? Was bewegt den Künstler? Mich ziehen die Bilder an. Sie stehen zwischen Unkenntlichkeit und Suche nach der einfachen Aussage, zeigen aber den vielschichtigen Weg dahinter. (Künstler: Matthias Kanter)
Im dritten Raum dann Fotos ganz anderer Art. Schwarzweiß wirken sie schlicht, meist ein ein Querformat. Die Bildaufteilung fasziniert mich, prägnant und sehr angenehm anzusehen. Ein Blick auf eine zerbrochene Landschaft unserer Zeit, so finde ich. Eine andere Serie zeigt Müll sammelnde Menschen, ganz alltäglich. Fotografie, die Momente aufnimmt und in diesen vermag, ganze Geschichten und Assoziationsräume zu schaffen. So verweile ich einige Zeit vor jedem Bild. (Künstler:
Olaf Matthes)
Im hinteren Raum finden sich wieder eher plastische Werke, auch wenn die Künstlerin Zeichnung - oder Malerei? - ebenfalls an den Wänden präsentiert. In einfachen, Kartoffeldruckartigen Strichen in Farben finden sich Strichmännchen auf den Blättern. Abstrahierte Strichmännchen, deren Bewegungen und Gesten auf das absolute Minimum reduziert sind. In diesem Minimum entpuppt sich dennoch die Haltung der Männchen selber wie auch die Beziehung der Männchen zueinander, wenn diese auf einem Blatt gemeinsam angesiedelt sind.Als Plastik finden sich teils in Stein gehauen, teils in Holz gearbeitet Skulpturen. Rechteckig, kantig. Langsam wächst der Blick beim Sehen in diese Skulpturen hinein und die Symbolik wird verständlich: Hier liegt ein zusammengekauerter Mensch, dort stehen zwei Menschen umschlungen nebeneinander, zwei, doch wie ein Block und doch nicht verbunden, denn der Blick des einen zeigt von der anderen Figur fort. Fast schmerzend, diese karge Abstraktion und doch so klar in der Einfachheit und erleichternd: Menschen, die Innerstes ohne Sprache ausdrücken, ohne feine Form der Finger, ohne Fußgelenke, Bauchnabel ... urtümlich, elementar - gefunden. (Künstlerin Anne Sewcz)
Im letzten Raum schließlich hängen Bilder in Mischtechnik, teils gezeichnet, teils gemalt oder übermalt. Auch hier in gedeckten Farben, ein gedämpftes Gelb, ein verwaschenes Rot, ein Türkies, Braun und Schwarz, Weiß auch ... Räume mit Brüchen, Linien, immer wieder mal eine Figur. Die Titel weisen auf persönliche Begebenheiten hin. Sehr individuell, eigenständig, fast ein Ringen darum, dies Persönliche auszudrücken, seiner habhaft zu werden, es zu zeigen???
Sehr spannend und vielfältig, ein zweiter Besuch wäre lohnenswert.
Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern. Vergabe alle 2 Jahre an professionelle, in MV schaffende Künstler, ohne Bewerbingsverfahren.
Zinnober
... ich hatte von ihr gelesen, von der Kunstkirche in Zachow. Nun hatte ich Besuch und das war es Wert einen Vorstoß zu wagen: Wir riefen einen der Vereinsvertreter an, abends noch um halb sechs, ob wir vorbeikommen könnten, die Ausstellung in der Kirche anzusehen.
Gegen halb sieben treffen wir Herrn Bose im Dorf. Gemeinsam gehen wir zur Kirche. Ein kleine Fachwerkkirche mit Holzturm, über 700 Jahre alt. Die schwere Eichentür öffnet sich und wir treten in den kleinen Raum des Gotteshauses ein. Uns gegenüber ein großes Bild, dessen Farbtöne wie rostiges Eisen uns entgegenleuchten. Linkerhand führt eine kleine Holztreppe auf eine niedrige Empore. Dort hängen quadratische Bilder. In der Mitte eines aus vier Qudraten bestehendes in grüner Farbtönung. Schon von Weitem sieht man, das diese Farbe aus vielen Farben zusammengesetzt ist. Ich gehe näher heran und tauche unweigerlich in diese Bild ein. Farbpunkte in Beige, Blau, Grün, Braun und Grautönen, so erinnere ich mich, liegen hier nebeneinander und übereinander. Ein Raum entsteht der mich mitnimmt. Je länger ich das Bild anschaue, desto mehr Feinheiten entdecke ich. Fast bin ich verwirrt. Dann gehe ich zum Bild daneben, dem Blauen, auch hier ein Farbsog, der sich aus den vielen Farbklecksen oder Punkten entwickelt, die sich überlagern, auch hier Raum. Und an diesem Bild spüre ich, wie ich beim Anblick des Bildes in eine Stimmung verfalle. Je länger ich diese Farbe und den Raum auf mich wirken lasse, um so mehr empfinde ich das Blau. Ich wandere zurück zum Grün und auch hier emfpinde ich das Grün, eine ganz andere Gestimmtheit ergreift mich. Rechts daneben zwei weitere Bilder in ähnlicher Technik, eines hellgrau, das andere dunkelgrau. Und ich fühle mich fast innerlich erloschen, das dunkle Grau nimmt mir den Atem, die innere Bewegung, das helle Grau läßt mich frieren.
Auf der gegenüberliegenden Seite hinter dem Altar hängt rechterhand ein großes Bild in gedämpften Farben zwischen Ocker und Taubenblau. Schriftzeichen im Zentrum ziehen die Aufmerksamkeit als erstes an. Als ich davorstehe, packt mich auch dieses, ebenfalls in Flecken und Punkten gemalte Bild und ich sehe Zeit. Noch einmal denke ich diesen Gedanken. Doch, hier sehe ich Zeit. Dieses Bild zeigt, was nicht abbildar ist: Zeit.
Ein paar der Bilder faszinieren mich weniger
So wende ich mich den 6 kleinen Bildern zu, die an der Empore hängen. Auf Röntegenbilder hat hier die Künstlein unterschiedliche Materialien abgedrückt. Mit weißer, rotbrauner, fast an Blut oder Eisen erinnernder und schwarzer Farbe. Wunderschöne Strukturen zeigen sich, Leerräume, materielles Weiße und schwer zu entzifferndes Rot und Schwarz auf den blauschwarzen Röntgenfolien. Ich stehe fasziniert davor und bin begeistert. Die weiße Farbe scheint wie Knochen, wie ein: Doch, hier bin ich, die Materie. Ein Nachsatz auf die Durchleuchtung, die im Röntgenbild festgehalten wurde, ein Kommentar zu dem, was so einfach ein Nichts wird, dieses Fleisch, das nicht Knochen ist und von den Röntgenstrahlen durchschossen wid. Materie - Nichtmaterie
Der Kirchenraum in seiner authentischen Restauration mit schwerem Eichengebälk und ziegelrotem Klinkerfußboden, Fachwerk und gekalten Fachungen, ein Altar im Zentrum, es ist ein schlichter Raum mit Atmosphäre. Wunderbarer Ort für diese Bilder, aus denen einer Intensität entgegenkommt.
Ich werde wieder in die Kirche gehen, die beständig hochwertige Ausstellungen verspricht.
ZINNOBER Kulturkreis Zachow e.V.
www.zinnober-zachow.de
Ausstellung von Monika Bertermann (Neubrandenburg)
Gegen halb sieben treffen wir Herrn Bose im Dorf. Gemeinsam gehen wir zur Kirche. Ein kleine Fachwerkkirche mit Holzturm, über 700 Jahre alt. Die schwere Eichentür öffnet sich und wir treten in den kleinen Raum des Gotteshauses ein. Uns gegenüber ein großes Bild, dessen Farbtöne wie rostiges Eisen uns entgegenleuchten. Linkerhand führt eine kleine Holztreppe auf eine niedrige Empore. Dort hängen quadratische Bilder. In der Mitte eines aus vier Qudraten bestehendes in grüner Farbtönung. Schon von Weitem sieht man, das diese Farbe aus vielen Farben zusammengesetzt ist. Ich gehe näher heran und tauche unweigerlich in diese Bild ein. Farbpunkte in Beige, Blau, Grün, Braun und Grautönen, so erinnere ich mich, liegen hier nebeneinander und übereinander. Ein Raum entsteht der mich mitnimmt. Je länger ich das Bild anschaue, desto mehr Feinheiten entdecke ich. Fast bin ich verwirrt. Dann gehe ich zum Bild daneben, dem Blauen, auch hier ein Farbsog, der sich aus den vielen Farbklecksen oder Punkten entwickelt, die sich überlagern, auch hier Raum. Und an diesem Bild spüre ich, wie ich beim Anblick des Bildes in eine Stimmung verfalle. Je länger ich diese Farbe und den Raum auf mich wirken lasse, um so mehr empfinde ich das Blau. Ich wandere zurück zum Grün und auch hier emfpinde ich das Grün, eine ganz andere Gestimmtheit ergreift mich. Rechts daneben zwei weitere Bilder in ähnlicher Technik, eines hellgrau, das andere dunkelgrau. Und ich fühle mich fast innerlich erloschen, das dunkle Grau nimmt mir den Atem, die innere Bewegung, das helle Grau läßt mich frieren.
Auf der gegenüberliegenden Seite hinter dem Altar hängt rechterhand ein großes Bild in gedämpften Farben zwischen Ocker und Taubenblau. Schriftzeichen im Zentrum ziehen die Aufmerksamkeit als erstes an. Als ich davorstehe, packt mich auch dieses, ebenfalls in Flecken und Punkten gemalte Bild und ich sehe Zeit. Noch einmal denke ich diesen Gedanken. Doch, hier sehe ich Zeit. Dieses Bild zeigt, was nicht abbildar ist: Zeit.
Ein paar der Bilder faszinieren mich weniger
So wende ich mich den 6 kleinen Bildern zu, die an der Empore hängen. Auf Röntegenbilder hat hier die Künstlein unterschiedliche Materialien abgedrückt. Mit weißer, rotbrauner, fast an Blut oder Eisen erinnernder und schwarzer Farbe. Wunderschöne Strukturen zeigen sich, Leerräume, materielles Weiße und schwer zu entzifferndes Rot und Schwarz auf den blauschwarzen Röntgenfolien. Ich stehe fasziniert davor und bin begeistert. Die weiße Farbe scheint wie Knochen, wie ein: Doch, hier bin ich, die Materie. Ein Nachsatz auf die Durchleuchtung, die im Röntgenbild festgehalten wurde, ein Kommentar zu dem, was so einfach ein Nichts wird, dieses Fleisch, das nicht Knochen ist und von den Röntgenstrahlen durchschossen wid. Materie - Nichtmaterie
Der Kirchenraum in seiner authentischen Restauration mit schwerem Eichengebälk und ziegelrotem Klinkerfußboden, Fachwerk und gekalten Fachungen, ein Altar im Zentrum, es ist ein schlichter Raum mit Atmosphäre. Wunderbarer Ort für diese Bilder, aus denen einer Intensität entgegenkommt.
Ich werde wieder in die Kirche gehen, die beständig hochwertige Ausstellungen verspricht.
ZINNOBER Kulturkreis Zachow e.V.
www.zinnober-zachow.de
Ausstellung von Monika Bertermann (Neubrandenburg)
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